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Technische Fachkoordination
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Eine der herausragenden Veränderung in der Planung und Realisierung von modernen Zweckbauten ist die zunehmende Vernetzung der Technik. Die autonome Planung und Realisierung in den verschiedenen Disziplinen kann zu keinem optimalen Ergebnis führen. Die Gesamtbetrachtung muss über die Betrachtung von Einzelthemen gestellt werden. Die diesbezüglichen Leistungen sind aber von den zuständigen Gremien unzureichend definiert. Leider auch negative Erfahrungen von professionellen Bauherren haben jüngst gezeigt, dass hier ein dringender Handlungsbedarf besteht.
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Historische Entwicklung der Technik im Gebäude
In der Vergangenheit erfolgte die Planung und Realisierung autonom in den verschiedenen Disziplinen der Gebäudetechnik, Sicherheitstechnik und Informationstechnologie durch unterschiedliche Akteure. Die verschiedenen dedizierten Systeme hatten keine bis sehr wenige Schnittstellen untereinander und somit war der technische Koordinationsaufwand sehr gering. Ausgangslage für die Planung war die technische Zentrale.
In der Gegenwart dient der Raum als Kerndefinition der Zielvereinbarung. In jedem Raum treffen verschiedene Disziplinen der Gebäudetechnik, Sicherheitstechnik und Informationstechnologie aufeinander. Zur Anwendung gelangen Multifunktionale und Integrierte Systeme (vgl. Grafik), die als technisches Kollektiv betrachtet werden müssen und nach aussen hin eine Gesamtfunktion über mehrere Disziplinen übernehmen.
Die Planung und Realisierung erfolgt zunehmend gewerkübergreifend und die Koordination der Schnittstellen gewinnt an Bedeutung. In der Zukunft werden die Kommunikationsinfrastrukturen mit Ihren Verbindungen zur Aussenwelt zum zentralen Thema in einem Gebäude.
Sogenannte Multiservicenetzwerke bilden die Plattform für die Integration von Gebäudetechnik, Sicherheitstechnik und Informationstechnologie in einem offenen System. Dies erfordert in der Planung und Realisierung ein zunehmendes integrales Verständnis und eine weitergehende Koordination über zwei Fachbereiche, die bis anhin von unterschiedlichen Akteuren beherrscht wurden. Die Sicherstellung der Interoperabilität und Kompatibilität der verschiedenen kommunizierenden Systeme, Anlagen und Komponenten ist eine zentrale Aufgabe geworden mit dem Ziel, eine ganzheitliche Lösung zu schaffen.
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Gesamtbetrachtung über die Betrachtung von Einzelthemen stellen
Die aufgezeigte Entwicklung der Technik im Gebäude zeigt ganz eindeutig, dass eine autonome Planung und Realisierung in den verschiedenen Disziplinen der Gebäudetechnik, der Sicherheitstechnik und der Informationstechnologie zu keinem optimalen Ergebnis führen kann.
Planen, Bauen und Bewirtschaften muss als ganzheitlicher Prozess verstanden werden. Das bedeutet, das Managen der Leistungserstellungsprozesse in den Phasen Initiierung, Planung und Realisierung, und dies unter Einbezug der Aspekte aus den Phasen Betrieb und Bewirtschaftung.
Diese hohen Anforderungen und Zielsetzungen erfordern ein zunehmend komplexes Systemdenken. Systemdenken heisst, etwas in den Zusammenhang eines grösseren Ganzen stellen bzw. die Gesamtbetrachtung über die Betrachtung von Einzelthemen stellen, Teamarbeit ist gefordert.
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Verhindern historisch gewachsene Schnittstellen optimale Gesamtlösungen ?
Bis heute werden die verschiedenen Disziplinen der Gebäudetechnik sowie der Informationstechnologie von unterschiedlichen Akteuren geplant und realisiert. Schnittstellen bilden meistens die passiven Universellen Verkabelungssysteme und die Telefonzentrale, die in der Regel durch den Elektroplaner geplant und durch den Elektrounternehmer erstellt werden. Die Lieferung der Aktivkomponenten und die Implementierung der verschiedenen Kommunikationsdienste erfolgt in der Regel durch einen IT- Spezialisten.
Wesentliche Unterschiede bestehen auch bei der Projektabwicklung: In der Gebäudetechnik ist es üblich, dass die Planung durch spezialisierte Ingenieurunternehmungen und die Realisierung durch unterschiedliche Unternehmungen erfolgt. In der Informationstechnologie gibt es hingegen diese starke Trennung zwischen Planung und Realisierung nicht. Der IT- Spezialist kauft die Aktivkomponenten und Endgeräte am freien Markt ein und übernimmt vielfach auch gleich die Implementierung der verschiedenen Kommunikationsdienste.
Dieses heute noch übliche Vorgehen muss sich im Zuge der aufgezeigten Entwicklung verändern. Neuere Planungsmodelle wie beispielsweise Bauen nach Smart entstanden auch durch den Vergleich des Bauprozesses in Europa mit dem in Amerika und Japan und haben zum Ziel, das breitgefächerte Spezialwissen im Hinblick auf eine integrale Gesamtlösung zu polarisieren. Dies erfordert in der Planung und Realisierung ein zunehmendes integrales Verständnis und eine weitergehende Koordination über zwei Fachbereiche, die bis anhin von unterschiedlichen Akteuren beherrscht wurden.
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Der Technischen Fachkoordination kommt eine immer grössere Bedeutung zu
Das Bauen ist - wie auch industrielle Prozesse - von einem einzelnen Menschen nicht mehr zu überblicken, zu steuern oder zu kontrollieren. Entsprechend wurden neue Managementmethoden, zum Beispiel die integrale Planung und die computerunterstützten Planungswerkzeuge entwickelt. Das Ziel dieser neuen Methoden ist, die diametral auseinander strebende Spezialisierung und die inflationäre Vermehrung von Wissen und Erfahrung zu koordinieren und im Hinblick auf eine optimale Gesamtlösung zu polarisieren.
In diesem Zusammenhang kommt der besonderen Fachkoordination, wie diese Leistungen in den SIA- Empfehlungen und Ordnungen genannt werden, eine immer grössere Bedeutung zu.
Bei der Projektorganisation von mittleren bis grösseren Zweckbauten ist es wichtig, diese Fachkoordination stark einfliessen zu lassen und dem Fachkoordinator als Bindeglied der einzelnen Fachplaner und deren Gewerke eine starke Stellung zu geben.
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Zwei Aufgaben sind bei der besonderen Fachkoordination zu unterscheiden: |
- Die räumliche Koordination (RK) hat zum Ziel, eine raumsparende und aufeinander abgestimmte Lage der Installationsräume und Zonen zu ermöglichen sowie die Lage der Apparate und Leitungen zu koordinieren.
- Die technische Koordination (TK) hat zum Ziel, die einzelnen Systeme, Anlagen und Installationen aufeinander abzustimmen, deren Schnittstellen zu koordinieren und die Rahmenbedingungen für einen wirtschaftlichen Bau und Betrieb zu schaffen.
Die räumliche Koordination (RK) kann durch den Architekten oder einen Fachplaner erfolgen, die technische Koordination (TK) hingegen mit Vorteil durch den Gebäudeautomationsplaner (wenn diese Disziplin vorgesehen ist) oder durch den Elektroplaner. In der SIA Ordnung 108-2003 wird auf den Bedarf von einer Fachkoordination für komplexe Bauvorhaben hingewiesen.
Was umfassen den nun die Leistungen der besonderen Fachkoordination ?
Die Leistungen der Räumlichen Koordination (RK) sind eigentlich bekannt und geben wenig Anlass zur Diskussion; sie umfassen im wesentlichen die Räumliche Koordination, das CAD- Pflichtenheft und deren Umsetzung sowie die übergeordnete Fachbauleitung.
Hingegen sind die Leistungen der Technischen Koordination (TK) wie bereits erwähnt, von den zuständigen Gremien nicht im Detail definiert. Verschiedene professionelle Bauherren und Ingenieurunternehmungen haben deshalb eigene Definitionen aufgestellt, welche Leistungen im Zusammenhang mit der besonderen Fachkoordination separat an einen Verantwortlichen vergeben sowie innerhalb des Planungsteams erbracht werden müssen. Darin werden im Wesentlichen folgende Leistungen definiert:
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- Definition der Abgrenzungen der Spezialisten für die Gebäudetechnikinstallationen
- Sicherstellung Informationsaustausch
- Berücksichtigung gegenseitiger Abhängigkeiten
- Gesamtenergiekonzept
- Abstimmen der Systeme und Installationen
- Integriertes Automations- und IT- Konzept
- Kennzeichnungssystem
- Energie- und Medienmesskonzept
- Dokumentationskonzept
- Inbetriebsetzungskonzept und Integrierte Tests
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