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UKV-Erweiterung bei der KIWI
Steven Meier, 4. Lehrjahr

"...Plan öffnen, das wird noch einwenig dauern. In der Zeit beschaffe ich mir noch einen Kaffee... vielleicht auch zwei..."
So erging es jedem, welcher eine sehr komplexe und umfangreiche Datei vom Server öffnen wollte. Der Grund war das relativ alte Netzwerk welches sich durch unser Büro schlängelte. Aus diesem Grund beschloss die Geschäftsleitung eine UKV-Erneuerung und Erweiterung für das Büro durchzuführen. Das bedeutet so viel wie: Alte, unbrauchbare Kabel raus und neue, schnelle Kabel rein.

Die GL hatte beschlossen, denn Kabelzug und den Anschluss der Kabel den Lernenden der Firma zu überlassen. Wir Lernenden, das sind Steven Meier (4. Lehrjahr), Jetmir Shabani (2. Lehrjahr) und Bruno Kuvac (1. Lehrjahr). Durch diese Massnahme konnten wir Lernenden viele Informationen über die Telekommunikationstechnik und über den Einzug von Kabeln in Erfahrung bringen. Um die übrigen Mitarbeiter zu schonen, setzte man den Zeitpunkt für den Einzug auf die Abende unter der Woche fest. Als Projektleiter wurde Markus Brechbühl auserkoren und die Aufsicht übernahm Jozo Raspudic.

Als Firma mit Elektroplanern erstellten wir Lernenden die Planungsunterlagen selbstverständlich selbst. Zuerst musste man die jeweiligen Grundrisse der Büros erstellen. Um die Länge der jeweiligen Kabel zu ermitteln, benötigte man die genauen Raummasse. Anschliessend wurden die Position und die Anzahl an UKV-Dosen ausfindig gemacht und auf die Grundrisspläne übertragen. Weiter wurden mit den gesammelten Informationen ein Übersichtsschema und das Ausmass erstellt. Am Ende wurde alles von der Aufsichtsperson überprüft und revidiert. Die Theoretische Arbeit war somit beendet und nun begann der eigentliche Teil des Projektes, der Einzug der UKV-Kabel.

Für die Erschliessung der Brüstungskanäle wurden noch zusätzliche Durchbrüche und Installationskanäle benötigt. Ausserdem waren Befestigungsschienen von Nöten, um die jeweiligen Kabel in der Hohldecke zu befestigen. Diese Arbeiten wurde von zwei Mitarbeitern der Firma Kellerkom AG erledigt. Am Tag zuvor öffneten die Lernenden die Hohldecken um die Arbeit der Firma Kellerkom AG zu vereinfachen.

Vorgängig verabredeten wir uns noch mit der Firma Kellerkom AG, wie wir unsere Arbeiten umsetzen sollen und worauf wir achten müssen. Die Mitarbeiter erläuterten uns die wichtigsten Ausführungen wie z.B. Kabel ablängen oder das Anschliessen eines UKV-Anschlusses mit den S-/FTP-Kabel. Nach dieser kurzen Lektion begannen wir Lernenden die Kabel für die erste Bürozone abzurollen und auf die richtige Länge zuzuschneiden. Und bereits dort entstanden die ersten Probleme. Durch die vielen Kabel entstand am Ende ein Kabelsalat, den wir kaum noch zu entknöpfen imstande gewesen waren. Durch die Empfindlichkeit der Kabel gegenüber Knicken wurde die Arbeit natürlich nicht erleichtert.

Nachdem wir den Kabelsalat behoben hatten, machten wir uns daran, die Kabel in den Brüstungskanal einzuziehen, was auch relativ gut verlief. Dabei wurden wir Lernenden Tatkräftig von der Aufsichtsperson unterstützt. Die einen zogen die Kabel, die andern stiessen sie durch die Brüstungskanäle und wieder andere achteten darauf, dass keines der Kabel einen zu starken Knick machen würde, weil sonst die Übertragungsfähigkeit stark beeinträchtigt werden würde.



"Zu Beginn verstand ich kaum, was ich eigentlich zeichnen sollte. Doch mit der Zeit wurden mir die Zusammenhänge immer deutlicher und die Arbeit fiel mir immer leichter"
Bruno Kuvac, (1.Lehrjahr)




Das nächste Problem entdeckten wir, als in einem Büro der Kabelkanal durch eine Säule abgetrennt wurde. Bei unseren Aufnahmen waren die Kanäle natürlich geschlossen und somit konnten wir dazumal nicht vorhersehen, dass es dort Probleme geben könnte. Durch die Säule verliefen nur ein paar wenige Rohre, welche jedoch bereits stark gefüllt waren. Da sich diese Säule jedoch gegen Ende des Brüstungskanals befand, gelang es uns, die letzten drei Kabel durch die Rohre zu zwängen. Nach fünf Stunden Arbeit und einer kleinen Stärkung in Form von Pizzas beendeten wir unseren ersten Abend und unsere erste Erschliessungszone. Merklich erschöpft machten wir uns mit der neu gewonnen Erfahrung auf den Nachhauseweg. Auch liessen wir uns nicht irritieren, als am nächsten morgen die hälfte der Telefone nicht mehr funktionierten.



"In der Materialkunde an der LAP hatte ich ein Lächeln im Gesicht, als mir der Experte ein S/FTP Kabel in die Hände drückte"
Steven Meier, (4.Lehrjahr)

Bei unseren nächsten beiden Terminen verlief bereits alles geplanter und ordentlicher ab. Wir teilten uns in Gruppen ein und verlegten die Kabel in diverse Richtungen gleichzeitig ein, wodurch wir auch um einiges besser voranschritten. Beispielsweise verlegte die eine Gruppe die Kabel durch den Brüstungskanal, während dessen verlegte die andere Gruppe die Kabel durch die Hohldecke zum UKV-Rack. Dies führte dazu, dass wir nach drei Tagen so gut wie fertig waren. Nun galt es noch die Anschlüsse an den Dosen sowie im UKV-Rack zu erstellen. Die Anschlüsse an den jeweiligen UKV-Dosen wurden von uns Lernenden, die Anschlüsse im UKV-Rack von der Aufsichtsperson erstellt. Nach der erfolgreichen Messung jeglicher Leitung war der grösste Teil der Arbeit erledigt. Nachdem noch einige Vorbereitungen auf den neuen Servern getroffen wurde, konnte anschliessend die Umschaltung vom alten auf das neue Netzwerk erfolgen. Und es läuft und läuft....